Der Kompost

Das Herz des Gartens

Kompostieren, was passiert?

Die Rotte

Wie in der Humusschicht des Bodens, so ähnlich laufen auch die Prozesse in einem gesunden Komposthaufen ab. Die organischen Stoffe werden zerkleinert, ihre Strukturen aufgebrochen und die Materie von Milliarden kleinster Lebewesen durchwandert welche neues Leben schaffen.
Es arbeiten Pilze, Mikroorganismen, kleine Bodentiere und Regenwürmer und lassen neue Erde entstehen. Diesen Ablauf nennt man die Rotte. Bei einem gesunden Komposthaufen entstehen weder Geruchsbelästigung noch Fäulnisprozesse und es wird keine Fliegen geben.
Hier sind allerdings einige Dinge zu beachten.

Die Vorraussetzungen

Richtig kompostieren und den Kompost anlegen will gelernt sein. Ein gesundes Komposthaufen braucht genügend Wärme, Luft und Feuchtigkeit. Ein Kompost, der zu nass ist und so fest geschichtet wurde, dass kein Sauerstoff durch ihn dringen kann wird anfangen zu faulen.
Des Weiteren sollten die Abfälle nicht ohne Überlegung auf den Haufen geworfen werden; denn ein guter Kompost muss sorgfälltig aufgebaut und gepflegt werden.
Die unzähligen Organismen, die am Abbau der organischen Substanz im Boden beteiligt sind, werden durch die Umgebungsbedingungen des Standortes beeinflusst. Günstige Bedingungen für die Arbeit der Bodenlebewesen sind:
schwach alkalische bis schwach saure Bodenreaktion, genügend Sauerstoff, ausreichend Feuchtigkeit, eine Temperatur zwischen 25 bis 35 C, Nährstoffe zum Verarbeiten

Anlegen eines Komposthaufens

Der Komposthaufen sollte weder in der Sonnne, noch in einer sehr windigen Stelle (Austrocknungsgefahr)stehen. Man legt ihn am besten im kühlen Schatten umgeben von schützenden Hecken und Bäumen an. Lichter Schatten ist ideal. Haselnuss oder Holunder sind ideale Nachbarn.
Die Anlage sollte sauber und leicht zugänglich sein, sodass man bei jedem Wetter die Kücheabfälle dort hinbringen kann. Am besten einen Plattenweg anlegen.
Wo kein Platz für eine Kompostmiete ist kann man ein Kompostsilo hinstellen.
Die Grundfläche eines klassischen Komposthaufens beträgt 150 cm mal 200 cm und die Höhe nicht mehr als 150 cm. Praktisch ist wenn man 2 bis 2 Mieten paralell anlegen kann, denn damit hat man sich das Umsetzen des Kompost gespart. Man kann so einfach das Material von einer Grundfläche auf die andere schaufeln und hat ausserdem immer Kompost von verschiedenen Reifegraden.
Den Komposthaufen sollte man immer an derselben Stelle lassen, denn wo ein Kompost einmal richtig funktioniert ist es leichter diesen Prozess in Schwung zu halten, denn der neue Kompost steckt sich so mit den schon vorhandenen Pilzen und Bakterien an.Es bildet sich eine positive Infektionsquelle und Brutstelle des Lebens.
Der Kompost muss auch immer auf lebendiger Erde errichtet werden, damit Tiere und Bodenlebewesen in ihn aufsteigen können oder sich, nach getaner Arbeit in den schützenden Boden zurück ziehen können.

Schritt für Schritt Anleitung

Eine 10 bis 20 cm tiefe Grube ausheben, damit sich keine Staunässe bilden kann. Ist der Boden lehmig, die Vertiefung mit Sand füllen, dies wirkt als Dränage. Ist der Gartenboden sandig, so fällt man humosen Lehm ein, damit die Feuchtigkeit nicht zu schnell versickert. Diese Unterlage bleibt immer bestehen. Darüber wird das Kompostmaterial aufgeschichtet.
Es findet alle organischen Stoffe wie Gartenabfälle und Küchenabfälle im Komposthaufen Platz. Je vielseitiger die Kompostmischung, desto reichhaltiger wird auch der Kompost werden. Die Abfälle sammelt man zuerst alle in einem einfachen Kompostsilo. Hat man genug Material zusammen wird es herausgeschaufelt, gemischt und mit dem Spaten verkleinert. Je kleiner die Stoffe sind, desto schneller setzt die Rotte ein.
Die unterste Schicht sollte aus grobem, locker aufgeschichtetem Material bestehen. Dies gewährleistet die Luftzirkulation und Wasserdränage. Darüber wird der klassische Kompost nun aufgeschichtet.
Früher musste der Kompost umgesetzt werden und wurde 2 bis 3 Jahre gelagert. Heutzutage ist er in 9 Monaten fertig und kleine sorgfälltig geplante Haufen müssen nicht mehr umgesetzt werden.
Im Winter macht der Kompost eine Reifungspause und es stockt das Leben im Haufen. Der Kompost ist reif, wenn alle Abfälle sich in braune krümelige Erde zersetzt haben. Ein Zeichen dafür ist der Rückzug der Regenwürmer. Der reife Kompost wird durch ein Sieb geworfen. Grosse, nicht zersetzte Reste, welche eine lämngere Zersetzungzeit brauchen, kommen dann zurück in den Kompost.
Mulchkompost kann in halbreifem Zustand nach 2 bis 3 Monaten verwendet werden, aber niemals mit den Wurzeln der Pflanzen in Kontakt bringen; reifer Kompost nach 9 Monaten. Wenn der Kompost länger als 1 Jahr liegen bleibt wird er schlechter und verliert wieder ein Teil seiner Lebendigkeit und Nährstoffe.

Problemfälle


Samentragende Unkräuter immer in die Mitte des Komposthaufens, weil dort die grösste Wärme herrscht und so die Keimfähigkeit der Samen zerstört wird.
Dasselbe gilt für faules Obst und kranke Pflanzen.
Holzstücke und kleine Zweige können auch untergemischt werden. Sie zersetze sich langsamer und halten so das Kompostgemisch locker.
Kompost niemals umgraben, nur locker auf die Oberfläche einharken und mit Mulch abdecken.

Der Vorgang

Der organische Stoff wird zuerst von unzähligen Organismen wie zum Beispiel Springschwänze und Asseln zerkleinert. Dadurch erst können Besiedlungsmöglichkeiten für Bakterien und Pilze entstehen.
Bis zum Beispiel ein organischer Stoff ganz in Humus umgewandelt ist wird er mehrfach gefressen. Was der Eine verdaut hat, ist für den Anderen wieder Nahrung. Kleinere und größere Bodenlebewesen sowie Mikroorganismen stehen in einer Wechselbeziehung miteinander. Das Ergebnis ist die Anreicherung von Huminstoffen in den oberen Bodenschichten. Der Prozess wird als Humifizierung bezeichnet und die im Boden enthaltenen Huminstoffe geben ihm seine charakteristische, dunkle Farbe.
An Huminstoffe sind wiederum Mineral- und Nährstoffe gebunden, die für das Pflanzenwachstum nützlich sind. Durch die Bindung an die Huminstoffe sind sie meist nicht direkt für die Pflanzen verfügbar. Die Freisetzung erfolgt durch die Mineralisierung der organischen Substanz. Das heißt, es handelt es sich um den vollständigen Abbau durch Mikroorganismen zu CO2 und H2O, wobei gleichzeitig die Mineral- und Nährstoffe freigesetzt werden.
Erst jetzt sind diese Nährstoffe, die ursprünglich in der toten organischen Substanz enthalten waren, wieder verfügbar für die Pflanzen und können über die Wurzeln aufgenommen werden.